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  • AutorenbildJens Bräutigam

New Work, wenn man noch nicht mal die "alte" Arbeitswelt beherrscht?

Aktualisiert: 18. Okt. 2023

Alle Welt macht sich auf die Reise in eine neue Arbeitswelt. New Work! Ein neues Zeitalter bricht heran. Unser Team will das! Und so stellen Unternehmen Tischkicker rein, bieten Homeoffice-Konzepte und reißen ganze Wände für ein open space ein. Doch was ist mit den echten Werten von New Work?


New Work, ein Begriff voller Symbolik, voller Hoffnung und mit magischer Anziehungskraft. Doch was ist das und wer definiert New Work?

Schauen wir doch mal bei Wikipedia rein. Hier heißt es: ...die Erkenntnis, der real existierende Sozialismus[10] habe keine Zukunft mehr... Dies führte ihn [Frithjof Bergmann] zu der Idee, ein Gegenmodell zu entwickeln, die Bewegung der „Neuen Arbeit“ (englisch New Work). 1981[5] oder 1984[8][11] gründete er in der Automobilstadt Flint in Michigan das Center for New Work... Quelle Wikipedia


Frithjof Bergmann ist einer der bekanntesten Vertreter und Gründer der New Work -Bewegung in den 90ern.

Also ist New Work gar nicht so "new". Und damit ist das, was viele Unternehmen anstreben nicht die neue Arbeitswelt, sondern vielmehr ein "alter" Gedanke. Und was dieser "alte" Gedanke von New Work klar definiert, und dazu hat Begründer Frithjof Bergmann klar Stellung bezogen, ist der Begriff Freiheit. Hier verstand Bergmann darunter nicht nur Entscheidungsfreiheit zwischen Alternativen, sondern auch die Handlungsfreiheit. Und das sollten die wirkliche Eckpfeiler von New Work -Einflüssen in Unternehmen sein.


Fortan hecheln Unternehmen dem Hype von New Work und Kollaboration hinterher, erstellen Leitbilder und Werte, die dem eigenem Ziel dienen, richten Gleitzonen-Teilzeitjobs ein (welche mehr Vollzeit-Jobs sind), reißen Wände zum Wohle aller ein, nichts ahnend, dass sie sich möglicherweise selbst überholen, und noch nicht einmal die "alte" Arbeitswelt verstanden haben. Denn sie haben zwei Kernwerte überhaupt nicht auf dem Schirm!

Definieren wir doch einmal die beiden Begriffe Entscheidungsfreiheit und Handlungsfreiheit.


Wir starten gleich mit dem wesentlichsten Unterschied:





Wenn man sich diese beiden einfachen Erklärungen mal durch den Kopf gehen lässt, nimmt man sofort eines war, die meisten Unternehmen überholen sich! Sie reden über Homeoffice, Gleitzeiten und Workation, missachten aber dabei die zwei wichtigsten Grundpfeiler von New Work...Entscheidungsfreiheit und Handlungsfreiheit! Viele Führungskräfte bemängeln genau diesen einen Punkt. Durch Aussagen, wie "Ich darf doch hier eh nichts entscheiden..." oder "..da muss ich erst meinen Chef fragen...", ist der Frust spürbar.

Handlungsfreiheit im Sinne von freien Handlungen nach eigenem Willen, ist mit Sicherheit die größte Herausforderung. Im Philosophischen bedeutet Handlungsfreiheit: Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es ihr möglich ist, das zu tun, was sie will, also ihrer Natur nach eigenen Interessen und Motiven zu folgen. Wenn durch äußere oder innere Umstände die gewollten Handlungen nicht durchgeführt werden können, ist die Handlungsfreiheit eingeschränkt. Quelle Wikipedia


Aber wie viel Handlungsfreiheit hat nun ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin tatsächlich? Kurz: So, wie es die Führungskraft zulässt...

Wie man hier bereits feststellt, kommen Unternehmen dabei schnell an ihre Grenzen. Regeln, Vorschriften, Leitbilder, Gesetze und Co...alles Themen, die die Handlungsfreiheit einschränken. Und ja, das ist auch gut so. Natürlich bis zu einem speziellen Rahmen, da wir Menschen immer übergeordnete Rahmen zur Orientierung unserer selbst benötigen. Aber wie viel Handlungsfreiheit hat nun ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin tatsächlich. Kurz: So, wie es die Führungskraft zulässt...in neuen, wie in alten Arbeitswelten. Im Übrigen spielt die Position der Mitarbeitenden kaum eine wesentliche Rolle. Durch geschickte Führung kann in jeder Position ein Maß an Handlungs- und Entscheidungsfreiheit gewährt werden. Und so lange Führungskräfte ihre Mitarbeitenden in ihren Handlungen und Entscheidungen einschränken, so lange brauchen wir nicht über New Work, überwiegend definiert und verstanden über Homeoffice, Workation und Tischkicker, sprechen.


Hilfreich für die Umsetzung und Implementierung von New Work, hat der Psychologe Markus Väth in seiner New Work Charta fünf Prinzipien von New Work für Organisationen formuliert:

  1. Freiheit (Schaffen von Experimentierräumen, Schaffen einer Kultur der Angstfreiheit, starke Vernetzung innerhalb der Organisation)

  2. Selbstverantwortung (Etablieren von Modellen der Selbstorganisation, Erweitern der Budget-Autorität, Etablieren von Beteiligungsmodellen)

  3. Sinn („Arbeit, die man wirklich, wirklich will“, Erweitern des Wertschöpfungsbegriffs, Überprüfen von Strukturen und Prozessen)

  4. Entwicklung (Etablieren kollektiver Lernstrukturen, Selbstreflexion der Organisation, Etablieren kollektiver Entscheidungsstrukturen)

  5. Soziale Verantwortung (Ökologische und soziale Nachhaltigkeit, Regionales Engagement, Prinzip des Ehrbaren Kaufmanns) Quelle: Wikipedia

Diese fünf Prinzipien sollten Basis jedweder Überlegung sein, ein Leitbild von New Work zu kreieren. Und dabei sind wir uns einig, nicht der Kontrollwahn mancher Führungskräfte, z.B. über die Mitarbeitenden im Homeoffice, sondern diese fünf Prinzipien sind das echte New Work...und wesentlich aufwendiger als Tischkicker & Co.

 

Bitte stimme kurz ab und vergleiche dich mit anderen Lesern!

Erlebst du in deinem Unternehmen Entscheidungsfreiheit und Handlungsfreiheit?

  • Ja, ich erlebe beide Werte

  • Mir schenkt man Handlungsfreiheit

  • Ich genieße Entscheidungsfreiheit

  • weder das Eine, noch das Andere

 

HOLEBOXX ist einzigartig in der Herleitung von Leitbildern, Kultur und Werten in Unternehmen. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gemacht, mit den Menschen sich aus dem Alltag zu nehmen und sich in der Tiefe mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Nur durch die bewusste Entscheidung, daran zu arbeiten und sich abseits des torpedierenden Arbeitsalltages damit zu beschäftigen, entsteht etwas echtes. Aus diesen Gründen nutzen wir die "unboxxingdays" in den Bergen. Alleinlage, Fokus, Inspiration und Lösung, das ist es, was den Teilnehmenden erwartet.


Über folgenden Klick erfährst du mehr über die unboxxingsdays.


 


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